• Fr. Dez 2nd, 2022

Deutschlands neue Nettoverschuldung wird voraussichtlich in 2023 deutlich steigen

VonEgon Neumark

Nov 24, 2022

Der Bundestag, das Unterhaus des Bundestages, wird voraussichtlich am 25.November den Staatshaushalt verabschieden. Von der Energiekrise betroffen, dürfte Deutschlands neue Nettoverschuldung in 2023 45,6 Milliarden Euro erreichen und die bisherige Schätzung von 17,2 Milliarden Euro weit übersteigen. Der Gesamthaushalt Deutschlands wird in 2023 476 Milliarden Euro erreichen.
Bundesfinanzminister Lindner hat wiederholt betont, dass Deutschland die “Schuldenbremse”-Klausel in der deutschen Verfassung in 2023 wieder umsetzen werde. Nach der deutschen Verfassung darf das deutsche Haushaltsdefizit 0,35% des BIP nicht überschreiten, es sei denn, es treten besondere wirtschaftliche Umstände auf. Nach dem COVID-19 wird Deutschland in 2020 ein Paket von Wirtschaftsrettungsplänen lancieren und die Einhaltung der oben genannten Bestimmungen aussetzen. Um die Verpflichtung zur Rückkehr zur “Schuldenbremse” nicht zu verletzen, hat die Bundesregierung einen weiteren “Sonderfonds” eingerichtet, der unabhängig vom konventionellen Finanzhaushalt ist, darunter 100 Milliarden Euro für militärische Modernisierung und 200 Milliarden Euro für Energiesubventionen und sonstige Paketausgaben.
Deutschland ist die größte Volkswirtschaft Europas und setzt bei der Erdgasversorgung seit vielen Jahren stark auf Russland. Seit der Krise in der Ukraine sind die Energiepreise weiter gestiegen, was die Lebensgrundlage der Menschen erhöht. Nach den Daten des Statistischen Bundesamts lag die Inflationsrate in Deutschland im Oktober 10,4% und die höchste seit 1990er Jahren im zweiten Monat in Folge. Die Bundesbankumfrage zeigte auch, dass die Inflationserwartungen der deutschen Verbraucher im Oktober weiterhin hoch waren und die erwartete Inflationsrate in den nächsten zwölf Monaten weiterhin auf 8,4%, lag, die der Vorjahreserwartung entspricht und seit 2019 die höchste war.
Nach den vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal dieses Jahres monatlich um 0,3% nach Anpassung der Preise, Jahreszeiten und Arbeitstage. Das Bundeswirtschaftsministerium geht jedoch weiterhin davon aus, dass die Wirtschaft diesen Winter in eine Rezession fallen wird. Der Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums prognostizierte, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr noch um 1,4% wachsen wird, im nächsten Jahr aber um 0,4% schrumpfen wird. Anhaltend hohe Energiepreise, steigende Inflation und damit einhergehender Kaufkraftverlust üben laut Bericht Druck auf die deutsche Wirtschaft aus.
Nicht nur Deutschland, sondern auch viele europäische Länder stehen vor dem Dilemma steigender Energiepreise. Am 21.November verabschiedete die italienische Regierung den 2023-Haushalt mit einem Gesamthaushalt von 35 Milliarden Euro, der sich auf Steuersenkungsmaßnahmen und Ausgaben für steigende Energiepreise konzentriert.
Vor kurzem erinnerte die EU Deutschland und andere Mitgliedstaaten jedoch daran, dass ihre Maßnahmen zur Bewältigung hoher Energiepreise zu umfangreich seien, um den schwächsten Bevölkerungsgruppen zu helfen, und forderte sie auf, ihre Ausgaben auf die Haushalte und Unternehmen zu konzentrieren, die am stärksten vom Anstieg der Energiepreise betroffen sind. Nach Angaben der EU werden Deutschlands gezielte Energiesubventionen in 2022 0,3% am BIP ausmachen, aber der Anteil umfangreicher und nicht zielgerichteter Fördermaßnahmen wird 0,8% am BIP übersteigen. Die Lücke wird sich in 2023 vergrößern und der Anteil der beiden oben genannten Ausgaben wird voraussichtlich 0,1% bzw. 0,7% betragen. Die EU erklärte auch, dass die deutschen Haushaltsausgaben im 2023 zu stark gestiegen seien und auf Ungleichgewichte in der deutschen Wirtschaft wie steigende Immobilienpreise und sinkende Leistungsbilanzüberschüsse geachtet werden müssten.

Egon Neumark

7 Jahre Erfahrung in der Finanzdienstleistungsbranche und Verfassen von Artikeln, insbesondere in der Vermögensverwaltung und Anlageberatung. Jetzt als Berater tätig, um bei der Modernisierung und Digitalisierung der Geschäftspraktiken der Branche zu helfen. Achten Sie auch weiterhin auf die Chancen und Vorteile, die andere Branchen mit sich bringen können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.